ꀄ Pantomime - was ist das?

Man kann es eigentlich ganz einfach sagen: 


 Pantomime ist Theater ohne Worte.

 

Was ohne Worte ist, ist sprachlos.

Also ist Pantomime etwas Sprachloses?

 

Sprache dient bekanntlich der zwischenmenschlichen Kommunikation, ob sie nun gelesen oder vorgelesen, also gehört wird.

 

Aber auch die Pantomime ist Kommunikation, nämlich allein auf das Visuelle konzentriert, auf das Sichtbare von Gestik und Mimik ohne das Akustische.

Und somit kann man den rein sichtbaren Ausdruck auch als eine Sprache desjenigen bezeichnen, von dem sie ausgeht und produziert wird: vom menschlichen Körper.

 

Die Körpersprache, meint der berühmte Pantomime Samy Molcho, sei deutlicher als die der Wörter, da der Körper primär sei und nicht das Wort!

Nun darüber könnte man trefflich streiten - nicht nur, weil es bekanntlich im biblischen Schöpfungsbericht heißt: "Am Anfang war das Wort..."

 

Fest steht aber: Wenn Emotionen und Situationen ohne Worte dargestellt werden, geht es auch um die Kunst des Schweigens; und die verlangt von uns Zuschauern ein besonders konzentriertes Hinschauen.

 

Ohne das darstellerische Mittel der Übertreibung kommt der Pantomime nicht aus, muss er doch durch die Übersteigerung und Überspitzung allein optisch deutlich machen, was er meint und uns zeigen will - das wissen wir von den großen Pantomimen, aber auch aus den klassischen Stummfilmen der 20er Jahre des letzten Jahrhunderts à la Charly Chaplin und Buster Keaton. Und wie dort gesellt sich die Musik, auch da meistens das Klavier, illustrierend, kommentierend, verstärkend, ironisierend hinzu.

 

Die Gruppe PIERROT spielt Klassische Pantomime. Sie stellt Komisches und Tragisches,wohl am meisten Tragikomisches dar - Szenen aus dem täglichen Leben und Theaterszenen, die Begegnung von Literatur, Körpersprache und Musik, und auch der Ausdruckstanz ist ein Element des Programms.

GÜNTER JOHANN